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Die
Einführung der Ambulanzgebühren für die Spitäler bedeutet
eine Stärkung des extramuralen Bereichs, betont Univ.-Dozent
Dr. Franz Frühwald, der Präsident des VBDO. Denn dadurch werden
verschiedene medizinische Leistungen verstärkt in jene Bereiche gelenkt,
wo sie leichter, schneller und preisgünstiger anzubieten und durchzuführen
sind, wie von Regierungsseite in den letzten Jahren wiederholt kolportiert
wurde. Die Bilddiagnostik ist dabei gegenüber anderen extramuralen
Bereichen im Vorteil. Schließlich stehen mit den österreichweit
80 Bilddiagnostik-Instituten des VBDO sehr aufnahmefähige und kapazitätsstarke
Einrichtungen zur Verfügung. Die geographische Verteilung, die Adressen
und das Angebot der einzelnen Mitgliedsinstitute
finden sie unter www.vbdo.at
auf unserer Website.
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| Digitale
Vermessung bringt viele Vorteile |
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Die
Vermessung der Achsenverhältnisse der Wirbelsäule (Skoliose-Quantifizierung)
sowie die Vermessung der Länge und verschiedener Winkel am
gesamten Bein brachte bisher eine erhebliche Strahlenbelastung mit
sich. Eine neue, digitale Technik reduziert diese Belastung beispielsweise
für eine Gesamt-Wirbelsäulenaufnahme a.p. um 90 (!) Prozent.
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Ganzbeinaufnahme
mit allen Winkeln und Distanzen. |
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Die bisherigen
analogen Aufnahmen der Wirbelsäule im Ganzen und der gesamten
unteren Extremitäten waren durch schwierige, oftmals wenig
zufriedenstellende Belichtungsresultate gekennzeichnet. Zusätzlich
zur meist schlechten Qualität dieser Aufnahmen und den erheblichen
Artefakten durch Projektionseffekte, brachten diese großformatigen
Aufnahmen auch eine ganz erhebliche Strahlenbelastung mit sich.
Besonders Skolioseaufnahmen müssen gerade bei Kindern im Laufe
des Wachstums immer wieder neu angefertigt werden. Nur so kann eine
Verschlechterung der Situation rechtzeitig erfasst bzw. die Wirksamkeit
von Behandlungsmaßnahmen objektiviert werden. Vor allem dieser
Umstand hat allseits den Wunsch nach belastungsschonenderen Verfahren
laut werden lassen.
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| Erhebliche
Strahlenreduktion |
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Nun steht
mit der digitalen Fusionsradiographie ein neues Verfahren zur Verfügung,
das in nahezu idealer Weise diesen Ansprüchen gerecht wird.
Bisher wurden die Aufnahmen an speziellen Wandstativen unter Verwendung
spezieller Kassetten, Filme und Folien im Format 120:40 oder 90:30
cm angefertigt. Nun besteht die Möglichkeit, auf digitalen
Durchleuchtungsanlagen, durch zusätzliche Hard- und Software,
digitale Aufnahmen streifenförmiger Abschnitte aufzunehmen,
die von einem Rechner zu einem Bild fusioniert werden. Diese Anlagen
werden in den österreichischen Röntgenpraxen mittlerweile
mehrheitlich schon eingesetzt. Die Technik reduziert die Strahlenbelastung
für eine Gesamt-Wirbelsäulenaufnahme a.p. um 90 Prozent.
Alle Abschnitte sind immer korrekt belichtet, weil die Belichtungsautomatik
für alle rund 50 Streifen unentwegt die Aufnahmeparameter optimiert.
Es ist daher unerheblich, ob ein Wirbelsäulenabschnitt sich
gegenüber der Lunge oder der Leber abgrenzen muss.
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| Hohe
Darstellungsgenauigkeit |
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Optimal
belichtete dig. Wirbelsäule a.p. mit Winkel usw. eingezeichnet. |
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Die verschiedenen
Winkel (nach Cobb) können direkt am Auswertungsmonitor gemessen
werden. Um auch die Distanzen korrekt messen zu können, wird
ein Maßstab mit Metallmarkierungen in fünf Zentimeter
Abständen mit dokumentiert und das Gerät für jede
Aufnahme neu geeicht. Die Bilder können als Positiv oder Negativ,
mit und ohne Messlinien dokumentiert werden. Routinemäßig
wird das Lot auf den Mittelpunkt zwischen den Sacroiliacalgelenken
eingeblendet und die Tangente auf die Hüftköpfe dargestellt,
um etwaige Beckenschrägstände zu erfassen. Die Dokumentation
erfolgt wie bei CT- und MRT-Untersuchungen auf Laserfilmen des Formats
35:43 cm; sie sind daher etwa um einen Faktor 3 verkleinert, die
Achsenverhältnisse aber klar abzulesen. Die Längenmaße
werden in Millimeter angeführt. Die Beurteilung leidet durch
die Darstellung im verkleinerten Maßstab nicht.
In technisch
gleicher Weise gelingt es, die gesamte untere Extremität auf
einem korrekt belichteten Film zu dokumentieren. Die relevanten
Winkel und Distanzen werden, unterstützt von einem Auswertungsprogramm,
am Monitor erfasst und sogar quantitative Vergleiche zwischen rechts
und links automatisiert erstellt. Als Nachteil der Technik muss
angeführt werden, dass eine subtile Beurteilung der Knochenstruktur
jedenfalls mit den derzeit verfügbaren Detektoren noch nicht
möglich ist. Die Erfassung der Distanzen und Winkel ist jedoch
in unvergleichlich besserer Qualität und mit wesentlich reduzierter
Strahlenbelastung möglich. Daher sollte in den geeigneten Situationen
die neue Digitaltechnik zur Anwendung kommen.
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| PET:
neue Dimensionen in der nuklearmedizinischen Diagnostik |
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Von Univ.-Prof. Dr. Horst Köhn
Institut für Nuklearmedizin mit PET Zentrum, Wilhelminenspital,
Wien
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Besonders
für Onkologie, Kardiologie und Neurologie steht mit der Positronenemissions-Tomographie
(PET) eine umfassende, genaue und andere Diagnoseverfahren ergänzende
Methode zur Verfügung.
Seit kurzem
hat PET auch in Österreich Eingang in die klinische Routine
im Bereich von Universitätskliniken und Schwerpunktkrankenhäusern
gefunden. Mit dieser neuen Technologie ist es möglich, normale
und krankhafte Stoffwechselvorgänge in höchster Auflösung
in Form von Schnittbildern darzustellen und dem Kliniker wichtige
Stoffwechselinformationen zu liefern. Die Haupteinsatzgebiete der
PET liegen derzeit auf dem Gebiet der Onkologie (etwa 70 bis 80
Prozent der Untersuchungen), der Kardiologie und der Neurologie.
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| Wie
funktioniert PET? |
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Schematische
Darstellung eines Ring-PET-Scanners. |
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PET ist
ein neues nuklearmedizinisches Verfahren, welches mit Hilfe spezieller,
von einem Zyklotron erzeugter, kurzlebiger Positronen emittierender
Radionuklide und spezieller Kameras (Ring-PET-Scanner) Stoffwechselvorgänge
in Form hochaufgelöster Schnittbilder darstellen kann. Trotz
der kurzen Halbwertszeit der Positronenstrahler, kann F-18 mit einer
Halbwertszeit von 110 Minuten auch im Rahmen eines sogenannten Satellitenkonzeptes
(d.h. Betrieb einer PET-Kamera ohne eigenes Zyklotron) ökonomisch
zum Einsatz kommen. Vorausgesetzt ist die Erreichbarkeit eines Zyklotrons
innerhalb von etwa zwei Stunden. Für Positronenstrahler mit
einer Halbwertszeit von nur wenigen Minuten, wie C-11, N-13 oder
O-15, ist allerdings ein Zyklotron vor Ort notwendig.
Von
diesen Radionukliden wird bei der Vernichtung von Positronen (=
Annihilation) Gammastrahlung in Form eines Photonenpaares mit einer
Energie von je 511 keV in einem Winkel von 180° emittiert, die
mit Hilfe der in einem Positronentomographen ringförmig angeordneten
Wismut-Germanium (BGO)- Kristalle koinzident detektiert werden kann.
Dadurch ist die exakte Bestimmung der Linie möglich, auf welcher
der Zerfall stattgefunden hat. Ein an den Positronentomographen
angeschlossener Computer kann aus der Überlagerung zahlreicher
dieser Zerfallslinien ein komplexes Bild der Radioaktivitätsverteilung
im Körper des Patienten errechnen.
PET bietet
wesentliche Vorteile gegenüber anderen Diagnoseverfahren: In
einem einzigen Untersuchungsgang kann die Aktivitätsverteilung
des gesamten Körpers erfasst werden. Die Schwächungskorrektur
erlaubt durch Messung der Transmission eine für Verlaufskontrollen
(z.B. Beurteilung von Therapieeffekten) notwendige echte Quantifizierung
der Tracerverteilung im Organismus.
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| Einsatzbereiche
von PET in der Onkologie |
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Kopf-Halstumor |
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Der meistverwendete
Tracer bei onkologischen Fragestellungen ist Fluordeoxyglucose (FDG),
ein mit F-18 markiertes Glucoseanalog. Da bösartige Tumore
einen gegenüber gesunden Zellen signifikant erhöhten Glucosestoffwechsel
aufweisen, ist es mit Hilfe von FDG, welches auf dem gleichen Weg
wie Glucose in die Tumorzelle aufgenommen, dort aber nicht weiter
verstoffwechselt sondern abgelagert wird, möglich, vitales
Tumorgewebe mit hoher Sensitivität zu erfassen und bildlich
darzustellen. Eine Unterscheidung maligner (= hoher Zuckerstoffwechsel)
von benignen (= niedriger Zuckerstoffwechsel) Tumoren ist somit
in vielen Fällen möglich.
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M.
Hodgkin Rezidiv |
1997 wurde
im Rahmen der 2. deutschen interdisziplinären Konsensuskonferenz
"PET bei onkologischen Fragestellung" eine Aktualisierung
des Stellenwertes der PET im Rahmen der Patientenversorgung durch
Experten aus unterschiedlichen onkologischen Fächern vorgenommen.
Die Grundlage dafür boten die vorliegenden Studienergebnisse.
Die
wichtigsten Indikationen, bei denen Vorteile der FDG-PET gegenüber
anderen Diagnoseverfahren eindeutig belegt sind, sollen hier kurz
vorgestellt werden:
- Dignitätsabklärung
solitärer Lungenrundherde, Staging (Lymphknoten- und Fernmetastasen),
Nachweis von Lokalrezidiven und Therapiekontrolle beim nicht-kleinzelligen
Bronchuskarzinom (NSCLC)
- Restaging
kolorektaler Karzinome (Frühdiagnose von Lokalrezidiven,
Lymphknoten- und Fernmetastasen)
- Pankreaskarzinom
(Primärtumor-Differentialdiagnostik)
- Malignes
Melanom (Lymphknotenstaging, Fernmetastasen)
- Kopf-
Halstumore (Suche nach Primärtumor bei sonst negativer Bildgebung,
Lymphknotenstaging, Nachweis von Lokalrezidiven, Therapiekontrolle)
- Differenzierte
Schilddrüsenkarzinome (Verdacht auf Rezidiv oder Metastasen
bei negativem Jodscan)
- Maligne
Lymphome (Primärstaging und Therapiekontrolle)
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Nicht-Kleinzelliges
Bronchus-Karzinom |
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In Zukunft
wird FDG-PET auch bei anderen Malignomen (z.B. Mammakarzinom, Ovarialkarzinom,
nicht-seminomatöse Keimzelltumore des Mannes und Sarkome) eine
größere Rolle spielen, doch liegen hier noch zu wenig
Erfahrungsberichte für eine endgültige Beurteilung vor.
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Quelle: VBDO
Durchblick, Nr. 10, März 2001, S. 3. |
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