Keine Ambulanzgebühren für Bilddiagnostik-Institute

Ohne jegliche Zuzahlungen können Patienten auch weiterhin die Leistungen der außerspitalischen Bilddiagnostik-Institute in Anspruch nehmen. Die privaten Institute glänzen mit modernster Ausstattung, patientenfreundlichem Service und hoher Flexibilität.

   


Die Nachricht über die Einhebung von Ambulanzgebühren – ab März 2001 – hat in der österreichischen Bevölkerung zu Irritationen geführt. Im Gegensatz zu den Spitälern sind die privaten Institute für Bilddiagnostik von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen. Patienten können dort auch weiterhin auf Krankenschein, ohne Zuzahlungen und ohne Behandlungsbeiträge betreut werden.

Die mit der modernsten Technik ausgestatteten Bilddiagnose-Institute bieten nicht nur Computertomographie, Magnetresonanztomographie und nuklearmedizinische Untersuchungen an. Noch im Laufe dieses Jahres sollen in einigen Instituten auch Positronenemissions-Tomographen verfügbar sein. Damit steht die Qualität der Geräteparks jener in den Spitälern in nichts nach, übertrifft sie teilweise sogar.

Als privat betriebene Einrichtungen bemühen sich die Institute um jeden einzelnen Patienten. Ausdruck dafür sind u.a. ausgedehnte und flexible Öffnungszeiten, die sich an den Bedürfnissen der Patienten orientieren: Entsprechend der Nachfrage stehen bereits heute in ganz Österreich bilddiagnostische Anlagen von Montag bis Samstag zwischen 7 und 22 Uhr zur Verfügung.


Private Institute sind flexibel
  Die Gebühr für die Inanspruchnahme der Spitalsambulanzen soll von den Krankenkassen eingehoben werden. Ein Teil des mit der Einhebung verbundenen administrativen Aufwands werden trotzdem die Spitälern übernehmen müssen. Die auf diese Weise lukrierten Geldmittel sollen wiederum den Krankenhäusern zugute kommen, heißt es.

Die Bilddiagnose-Institute rechnen aufgrund der Einführung der Ambulanzgebühr für Spitäler mit einer stärkeren Frequentierung durch die Patienten. An den neuen Bedarf werden sich die Institute des VBDO flexibel anpassen. Dadurch ist sichergestellt, dass es im extramuralen Bereich zu keinen Engpässen in der Versorgung der Patienten kommt.


Veränderung der medizinischen Landschaft
 

„Die Einführung der Ambulanzgebühren für die Spitäler bedeutet eine Stärkung des extramuralen Bereichs“, betont Univ.-Dozent Dr. Franz Frühwald, der Präsident des VBDO. Denn dadurch werden verschiedene medizinische Leistungen verstärkt in jene Bereiche gelenkt, wo sie leichter, schneller und preisgünstiger anzubieten und durchzuführen sind, wie von Regierungsseite in den letzten Jahren wiederholt kolportiert wurde. Die Bilddiagnostik ist dabei gegenüber anderen extramuralen Bereichen im Vorteil. Schließlich stehen mit den österreichweit 80 Bilddiagnostik-Instituten des VBDO sehr aufnahmefähige und kapazitätsstarke Einrichtungen zur Verfügung. Die geographische Verteilung, die Adressen und das Angebot der einzelnen Mitgliedsinstitute finden sie unter www.vbdo.at auf unserer Website.

 

Digitale Vermessung bringt viele Vorteile

Die Vermessung der Achsenverhältnisse der Wirbelsäule (Skoliose-Quantifizierung) sowie die Vermessung der Länge und verschiedener Winkel am gesamten Bein brachte bisher eine erhebliche Strahlenbelastung mit sich. Eine neue, digitale Technik reduziert diese Belastung beispielsweise für eine Gesamt-Wirbelsäulenaufnahme a.p. um 90 (!) Prozent.

Ganzbeinaufnahme mit allen Winkeln und Distanzen.


 

Die bisherigen analogen Aufnahmen der Wirbelsäule im Ganzen und der gesamten unteren Extremitäten waren durch schwierige, oftmals wenig zufriedenstellende Belichtungsresultate gekennzeichnet. Zusätzlich zur meist schlechten Qualität dieser Aufnahmen und den erheblichen Artefakten durch Projektionseffekte, brachten diese großformatigen Aufnahmen auch eine ganz erhebliche Strahlenbelastung mit sich. Besonders Skolioseaufnahmen müssen gerade bei Kindern im Laufe des Wachstums immer wieder neu angefertigt werden. Nur so kann eine Verschlechterung der Situation rechtzeitig erfasst bzw. die Wirksamkeit von Behandlungsmaßnahmen objektiviert werden. Vor allem dieser Umstand hat allseits den Wunsch nach belastungsschonenderen Verfahren laut werden lassen.

 

Erhebliche Strahlenreduktion
 

Nun steht mit der digitalen Fusionsradiographie ein neues Verfahren zur Verfügung, das in nahezu idealer Weise diesen Ansprüchen gerecht wird. Bisher wurden die Aufnahmen an speziellen Wandstativen unter Verwendung spezieller Kassetten, Filme und Folien im Format 120:40 oder 90:30 cm angefertigt. Nun besteht die Möglichkeit, auf digitalen Durchleuchtungsanlagen, durch zusätzliche Hard- und Software, digitale Aufnahmen streifenförmiger Abschnitte aufzunehmen, die von einem Rechner zu einem Bild fusioniert werden. Diese Anlagen werden in den österreichischen Röntgenpraxen mittlerweile mehrheitlich schon eingesetzt. Die Technik reduziert die Strahlenbelastung für eine Gesamt-Wirbelsäulenaufnahme a.p. um 90 Prozent. Alle Abschnitte sind immer korrekt belichtet, weil die Belichtungsautomatik für alle rund 50 Streifen unentwegt die Aufnahmeparameter optimiert. Es ist daher unerheblich, ob ein Wirbelsäulenabschnitt sich gegenüber der Lunge oder der Leber abgrenzen muss.


Hohe Darstellungsgenauigkeit
 

 

Optimal belichtete dig. Wirbelsäule a.p. mit Winkel usw. eingezeichnet.

 

 

Die verschiedenen Winkel (nach Cobb) können direkt am Auswertungsmonitor gemessen werden. Um auch die Distanzen korrekt messen zu können, wird ein Maßstab mit Metallmarkierungen in fünf Zentimeter Abständen mit dokumentiert und das Gerät für jede Aufnahme neu geeicht. Die Bilder können als Positiv oder Negativ, mit und ohne Messlinien dokumentiert werden. Routinemäßig wird das Lot auf den Mittelpunkt zwischen den Sacroiliacalgelenken eingeblendet und die Tangente auf die Hüftköpfe dargestellt, um etwaige Beckenschrägstände zu erfassen. Die Dokumentation erfolgt wie bei CT- und MRT-Untersuchungen auf Laserfilmen des Formats 35:43 cm; sie sind daher etwa um einen Faktor 3 verkleinert, die Achsenverhältnisse aber klar abzulesen. Die Längenmaße werden in Millimeter angeführt. Die Beurteilung leidet durch die Darstellung im verkleinerten Maßstab nicht.

In technisch gleicher Weise gelingt es, die gesamte untere Extremität auf einem korrekt belichteten Film zu dokumentieren. Die relevanten Winkel und Distanzen werden, unterstützt von einem Auswertungsprogramm, am Monitor erfasst und sogar quantitative Vergleiche zwischen rechts und links automatisiert erstellt. Als Nachteil der Technik muss angeführt werden, dass eine subtile Beurteilung der Knochenstruktur jedenfalls mit den derzeit verfügbaren Detektoren noch nicht möglich ist. Die Erfassung der Distanzen und Winkel ist jedoch in unvergleichlich besserer Qualität und mit wesentlich reduzierter Strahlenbelastung möglich. Daher sollte in den geeigneten Situationen die neue Digitaltechnik zur Anwendung kommen.

 

PET: neue Dimensionen in der nuklearmedizinischen Diagnostik
 


Von Univ.-Prof. Dr. Horst Köhn
Institut für Nuklearmedizin mit PET Zentrum, Wilhelminenspital, Wien

 

Besonders für Onkologie, Kardiologie und Neurologie steht mit der Positronenemissions-Tomographie (PET) eine umfassende, genaue und andere Diagnoseverfahren ergänzende Methode zur Verfügung.

Seit kurzem hat PET auch in Österreich Eingang in die klinische Routine im Bereich von Universitätskliniken und Schwerpunktkrankenhäusern gefunden. Mit dieser neuen Technologie ist es möglich, normale und krankhafte Stoffwechselvorgänge in höchster Auflösung in Form von Schnittbildern darzustellen und dem Kliniker wichtige Stoffwechselinformationen zu liefern. Die Haupteinsatzgebiete der PET liegen derzeit auf dem Gebiet der Onkologie (etwa 70 bis 80 Prozent der Untersuchungen), der Kardiologie und der Neurologie.

 

Wie funktioniert PET?
 

 

Schematische Darstellung eines Ring-PET-Scanners.

 

 

PET ist ein neues nuklearmedizinisches Verfahren, welches mit Hilfe spezieller, von einem Zyklotron erzeugter, kurzlebiger Positronen emittierender Radionuklide und spezieller Kameras (Ring-PET-Scanner) Stoffwechselvorgänge in Form hochaufgelöster Schnittbilder darstellen kann. Trotz der kurzen Halbwertszeit der Positronenstrahler, kann F-18 mit einer Halbwertszeit von 110 Minuten auch im Rahmen eines sogenannten Satellitenkonzeptes (d.h. Betrieb einer PET-Kamera ohne eigenes Zyklotron) ökonomisch zum Einsatz kommen. Vorausgesetzt ist die Erreichbarkeit eines Zyklotrons innerhalb von etwa zwei Stunden. Für Positronenstrahler mit einer Halbwertszeit von nur wenigen Minuten, wie C-11, N-13 oder O-15, ist allerdings ein Zyklotron vor Ort notwendig.

Von diesen Radionukliden wird bei der Vernichtung von Positronen (= Annihilation) Gammastrahlung in Form eines Photonenpaares mit einer Energie von je 511 keV in einem Winkel von 180° emittiert, die mit Hilfe der in einem Positronentomographen ringförmig angeordneten Wismut-Germanium (BGO)- Kristalle koinzident detektiert werden kann. Dadurch ist die exakte Bestimmung der Linie möglich, auf welcher der Zerfall stattgefunden hat. Ein an den Positronentomographen angeschlossener Computer kann aus der Überlagerung zahlreicher dieser Zerfallslinien ein komplexes Bild der Radioaktivitätsverteilung im Körper des Patienten errechnen.

PET bietet wesentliche Vorteile gegenüber anderen Diagnoseverfahren: In einem einzigen Untersuchungsgang kann die Aktivitätsverteilung des gesamten Körpers erfasst werden. Die Schwächungskorrektur erlaubt durch Messung der Transmission eine für Verlaufskontrollen (z.B. Beurteilung von Therapieeffekten) notwendige echte Quantifizierung der Tracerverteilung im Organismus.


Einsatzbereiche von PET in der Onkologie
 

 

Kopf-Halstumor

 

 

Der meistverwendete Tracer bei onkologischen Fragestellungen ist Fluordeoxyglucose (FDG), ein mit F-18 markiertes Glucoseanalog. Da bösartige Tumore einen gegenüber gesunden Zellen signifikant erhöhten Glucosestoffwechsel aufweisen, ist es mit Hilfe von FDG, welches auf dem gleichen Weg wie Glucose in die Tumorzelle aufgenommen, dort aber nicht weiter verstoffwechselt sondern abgelagert wird, möglich, vitales Tumorgewebe mit hoher Sensitivität zu erfassen und bildlich darzustellen. Eine Unterscheidung maligner (= hoher Zuckerstoffwechsel) von benignen (= niedriger Zuckerstoffwechsel) Tumoren ist somit in vielen Fällen möglich.

M. Hodgkin – Rezidiv

 

1997 wurde im Rahmen der 2. deutschen interdisziplinären Konsensuskonferenz "PET bei onkologischen Fragestellung" eine Aktualisierung des Stellenwertes der PET im Rahmen der Patientenversorgung durch Experten aus unterschiedlichen onkologischen Fächern vorgenommen. Die Grundlage dafür boten die vorliegenden Studienergebnisse.

Die wichtigsten Indikationen, bei denen Vorteile der FDG-PET gegenüber anderen Diagnoseverfahren eindeutig belegt sind, sollen hier kurz vorgestellt werden:

  • Dignitätsabklärung solitärer Lungenrundherde, Staging (Lymphknoten- und Fernmetastasen), Nachweis von Lokalrezidiven und Therapiekontrolle beim nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinom (NSCLC)
  • Restaging kolorektaler Karzinome (Frühdiagnose von Lokalrezidiven, Lymphknoten- und Fernmetastasen)
  • Pankreaskarzinom (Primärtumor-Differentialdiagnostik)
  • Malignes Melanom (Lymphknotenstaging, Fernmetastasen)
  • Kopf- Halstumore (Suche nach Primärtumor bei sonst negativer Bildgebung, Lymphknotenstaging, Nachweis von Lokalrezidiven, Therapiekontrolle)
  • Differenzierte Schilddrüsenkarzinome (Verdacht auf Rezidiv oder Metastasen bei negativem Jodscan)
  • Maligne Lymphome (Primärstaging und Therapiekontrolle)
Nicht-Kleinzelliges Bronchus-Karzinom

 

 

In Zukunft wird FDG-PET auch bei anderen Malignomen (z.B. Mammakarzinom, Ovarialkarzinom, nicht-seminomatöse Keimzelltumore des Mannes und Sarkome) eine größere Rolle spielen, doch liegen hier noch zu wenig Erfahrungsberichte für eine endgültige Beurteilung vor.

 

  Quelle: VBDO Durchblick, Nr. 10, März 2001, S. 3.
   
 
   

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