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Das
konventionelle Röntgen wird voraussichtlich flächendeckend innerhalb
von rund zehn Jahren auf digital umgerüstet sein, sodass dann sämtliche
radiologischen Aufnahmen im digitalen Bildarchiv zur Verfügung stehen
werden. Derzeit bietet sich als technischer Partner die österreichische
Firma Telemed Communications Services GmbH (TMC) an, eine Tochterfirma
von Philips Medizinische Systeme Österreich. TMC betreibt derzeit
zwei Hochverfügbarkeits-Rechenzentren und garantiert die zuverlässige
Speicherung sowie die sichere Übertragung bei Bedarf auch
über die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren hinaus.
Zuweiser, die bis dato noch gar keine EDV-Ausstattung in ihrer Ordination
haben, können zu besonders günstigen Konditionen verschiedene
Computersysteme kaufen, leasen oder mieten. Das radiologisches Bildinformationssystem
basiert auf der Internet-Technologie, sodass aufwendige Speziallösungen
nicht erforderlich sind. Bessere handelsübliche Computer und eine
ISDN-Leitung genügen. Beim Abruf von Bilddaten vom Server fallen
lediglich die üblichen Online-Gebühren an. Weitere Informationen
erhalten Sie beim VBDO unter der Telefonnummer 02742/341-122 oder per
E-Mail an office@vbdo.at.
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| PET
ist nicht immer ein Haustier |
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Unter
"pet" liest man in Wörterbüchern Begriffe wie
zahmes Tier, Schoßkind und Liebling. Für den Nuklearmediziner
steht der Begriff seit Mitte der siebziger Jahre für eine der
interessantesten Entwicklungen in der diagnostischen Bildgebung:
die Positronen-Emissions-Tomographie (PET).
Nuklearmedizinische
Verfahren suchen die biochemischen (funktionellen) Eigenschaften
von Geweben und Organen durch die Gabe von radioaktiv markierten
Substanzen ab (Tracer). Diese Substanzen werden in minimalen Stoffmengen
in den Körper eingebracht. Ihre Verteilung und ihr Stoffwechsel
wird mittels geeigneter Abbildungsverfahren dargestellt. Künstlich
produzierte Radionuklide, wie Tc-99m, erlauben die Markierung einer
Vielzahl von diagnostisch wertvollen Substanzen. Zur dreidimensionalen
Abbildung dieser Tracer benötigt man spezielle Aufnahmegeräte
(Gammakameras). Dieses Verfahren nennt man Single Photon Computed
Tomography (SPECT).
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| Großer
Vorteil für die Patienten |
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Die bisher
verwendeten Radiodiagnostika sind aber im Allgemeinen körperfremd
und haben zum Teil eine lange Verweildauer im Körper. Der Einsatz
von neuen Radiopharmazeutika, die den im menschlichen Organismus
vorhandenen Verbindungen sehr ähnlich sind, führt zu einer
weiteren Verbesserung der nuklearmedizinischen Diagnostik. Für
diese neuen Diagnostika eignen sich aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften
nur positronenemittierende Isotope der Elemente Sauerstoff, Stickstoff,
Kohlenstoff sowie Fluor. Nicht unwesentlich ist, dass diese Substanzen
eine deutlich kürzere Verweildauer im Körper aufweisen
als konventionelle Radiodiagnostika.
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| PET-Vollringscanner |
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Zur Abbildung
dieser neuen Tracer-Generation benötigt man im Idealfall dedizierte
PET-Vollringscanner. Zur Verfügung stehen zwei verschiedene
Verfahren, mit denen SPECT-Kameras auch für die Abbildung vom
Positronenstrahlern herangezogen werden können. Das eine Verfahren
verwendet 511 keV Kollimatoren an konventionellen SPECT-fähigen
Gammakameras, um sie "PET-fähig" zu machen, während
ein anderes Verfahren überhaupt auf Kollimatoren verzichtet
und über einen Upgrade Doppelkopf-SPECT-Systeme mit einer Koinzidenzschaltung
ausstattet. Modifizierte Gammakameras, Hybridkameras und Teilring-PET-Scanner
erlauben zwar prinzipiell ebenfalls die Abbildung von Positronenstrahlern,
ihre Abbildungseigenschaften sind im Vergleich zu Vollringscannern
jedoch schlechter und haben vor allem in onkologischen und neurologischen
Fragestellungen eine eingeschränkte diagnostische Aussagekraft.
In der klinischen Routine hat sich derzeit insbesondere F-18 Flour-Deoxyglukose
(FDG) bewährt. FDG wird über dieselben Kanäle wie
Glukose in die Zelle aufgenommen und durch das Enzym Hexokinase
phosphoryliert. Der weitere glykolytische Abbau ist jedoch blockiert,
sodass sich aus der Tracer-Kumulation die Rate des Glukoseverbrauchs
per Gramm Gewebe berechnen lässt.
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| Anwendungsbereiche |
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Die Hauptanwendungsgebiete
sind derzeit die Onkologie, Kardiologie und Neurologie. In der Onkologie
erlaubt die PET die Identifikation eines im Vergleich zu gutartigen
Veränderungen gesteigerten Glukosestoffwechsels in vitalem
Tumorgewebe und somit eine Differentialdiagnose zwischen Narbengewebe
und Tumor. Die Quantifizierbarkeit der Ergebnisse erlaubt auch die
frühzeitige Voraussage, ob eine Radio-Chemotherapie anspricht
und kann somit im Einzelfall dem Patienten sinnlose weitere Therapiezyklen
ersparen. In der Kardiologie kann die Indikation von Bypassoperationen
besser abgeschätzt werden, in der Neurologie erweitert die
FDG-PET die Epilepsie- und Demenzdiagnostik.
Während die PET bis vor etwa einem Jahrzehnt in erster Linie
ein Forschungsinstrument darstellte, ist heute das "Clinical
PET" fester Bestandteil der diagnostischen Bildgebung. Es hat
sich gezeigt, dass der Einsatz von PET nicht nur zu einem verbesserten
Patientenmanagement, sondern in der richtigen Indikation zu einer
Kostensenkung in der medizinischen Routine führt.
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Die
Bedeutung der Computertomographie
bei der Abklärung von Lebererkrankungen |
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Von
Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, AKH Wien
Foto: Prominski |
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Die Spiral-Computertomographie
(Spiral-CT) ist derzeit das Standardverfahren zum Nachweis oder
Ausschluss tumoröser Veränderungen der Leber. Die CT ist
zwar aufwendiger als die Sonographie und benötigt intravenös
verabreichte Kontrastmittel. Im Gegensatz zur Sonographie bietet
die CT jedoch eine höhere Genauigkeit und ist daher effektiver
zur Planung chirurgischer Eingriffe und zur Verlaufskontrolle von
Lebertumoren einsetzbar.
In den
letzten Jahren wurden neue chirurgische und chemotherapeutische
Therapien für Lebererkrankungen entwickelt, welche gestiegene
Anforderungen an die radiologische Diagnostik stellen. Die Sonographie
ist eine ausgezeichnete Methode in der Diagnose von Gallensteinen,
hat allerdings technisch bedingt manchmal Schwächen beim Nachweis
oder Ausschluss von Lebertumoren (z.B. durch mangelnde Vorbereitung
des Patienten, bei Korpulenz des Patienten oder Vorliegen einer
Leberverfettung).
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| Diagnose
in zweimal 20 Sekunden |
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SDie CT
ist durch die Entwicklung der Spiral-CT in den 90er Jahren mittlerweile
imstande, die gesamte Leber eines Patienten während zwei Atemanhaltephasen
von je ca. 20 Sekunden zu untersuchen. Es folgt die Bildauswertung,
während der der Patient aber nicht mehr auf dem Untersuchungstisch
liegen muss. Die dadurch erzielte Verkürzung der Untersuchungsdauer
trägt zu einer Verbesserung des Patientenkomforts und der „Compliance“
bei. Zur optimierten Erkennbarkeit von Leberherden wird bei der
CT ein jodhältiges Kontrastmittel intravenös verabreicht.
Die Applikation dieses Kontrastmittels wird im Allgemeinen gut toleriert,
es ist lediglich bei Vorliegen von Nierenoder Schilddrüsenerkrankungen
Vorsicht geboten.
Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung besitzen kleine, gutartige
Lebertumore (z.B. Hämangiom, „Blutschwamm“),
die keinerlei Risiko darstellen und auch nicht behandlungsbedürftig
sind. Bedeutung erlangen Lebertumore erst, wenn sie zufällig
im Rahmen einer Untersuchung entdeckt werden, die den Nachweis oder
Ausschluss von Lebermetastasen zum Ziel hat. Mit der CT ist es sehr
häufig möglich, diese gutartigen Raumforderungen von bösartigen,
behandlungsbedürftigen Tumoren zu unterscheiden.
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| Bereits
kleinste Lebertumore sichtbar |
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Durch die
CT ist es heutzutage möglich, auch kleine Metastasen in der
Leber nachzuweisen (Abb. 1). Dies ist bei vielen Tumorerkrankungen,
wie dem Mammakarzinom, Bronchuskarzinom, Colonkarzinom etc. von
großer Bedeutung, weil dadurch die Therapie maßgeblich
beeinflusst wird. Bei Vorliegen multipler Lebermetastasen wird überlicherweise
Chemotherapie eingesetzt, während einzelne Lebermetastasen
reseziert werden können. Durch die genaue Abklärung mittels
CT können so teure und unnötige Operationen vermieden
werden.
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Abb.
1: Unklarer Ultraschall-Befund bei einer Patientin nach
Mammakarzinom. Die kontrastmittelverstärkte CT zeigt mehrere
Metastasen in der Leber. |
Die Leberzirrhose
ist eine in den Industriestaaten weitverbreitete Erkrankung, welche
der Volkswirtschaft große Kosten beschert. Eine häufige
Komplikation der Leberzirrhose ist die Entstehung eines hepatozellülären
Karzinoms, das lediglich im Frühstadium erfolgreich behandelt
werden kann. Für den Ultraschall ist es häufig schwierig,
hepatozelluläre Karzinome im Frühstadium zu erkennen.
Die kontrastmittelverstärkte CT kann in einer aus vielen zirrhotischen
Regeneratknoten aufgebauten Leber bereits kleine karzinomatös
veränderte Knoten erkennen (Abb. 2).
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Abb.
2: 65-jähriger Patient mit Leberzirrhose, Anstieg der
Tumormarker. In der Sonographie wurde der Verdacht auf ein hepatozelluläres
Karzinom im rechten Leberlappen geäußert, was sich
in der CT bestätigt (kurzer Pfeil). Die CT zeigt noch einen
weiteren kleinen Tumor im linken Leberlappen (langer Pfeil),
was den Tumor inoperabel macht. |
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Ebenso lassen
sich mit der CT auch inoperable, diffus beide Leberlappen durchsetzende
Tumor nachweisen. So können von vornherein für den Patienten
sinnlose Operationen vermieden werden.
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| Von
der CT-Diagnose zur Therapie |
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Insbesondere
nach Tropeneisen, aber auch als Folge von Gallensteinen können
Leberabszesse auftreten (Abb. 3), die ein rasches Eingreifen erforderlich
machen, da der Patient sonst an der Sepsis oder dem Leberversagen
verstirbt. Mit der CT können auch schwerkranke Patienten untersucht
werden, da die Spiral-CT die Untersuchungszeit gegenüber früher
deutlich verkürzt hat. Es ist auch möglich, CT-gezielt
von außen einen Drainagekatheter in den Abszess zu legen,
was dem Patienten oft eine Operation erspart. Falls jedoch mehrere
Abszesse vorhanden sind die CT-gezielt nicht drainiert werden können,
so lässt sich anhand der CT-Bilder die operative Sanierung
der Abszesse planen.
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Abb.
3: 30-jährige Patientin, die septisch fiebert. Die
CT zeigt eine Leberabszess als Folge einer eitrigen Cholangitis.
Der Abszess wurde erfolgreich in der gleichen Sitzung drainiert. |
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Die Spiral-CT
der Leber ist heute das Standardverfahren bei Verdacht auf Lebertumor
oder Abszess. Die breite Verfügbarkeit der CT für alle
stationären und ambulanten Patienten in Österreich hat
in den letzten Jahren dazu beigetragen, bei vielen Patienten Lebertumore
in einem früheren und damit noch heilbaren Stadium zu erkennen.
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Quelle: VBDO
Durchblick, Nr. 9, Dezember 2000, S. 3. |
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