| Kontraindikationen
zur MR-Tomographie |
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In
allen MRT-Einrichtungen sind sichtbar Hinweistafeln angebracht,
die Patienten mit elektrisch, magnetisch oder mechanisch aktivierten
Implantaten den Zutritt untersagen. Ausgenommen davon ist lediglich
jene Patientengruppe, von deren Implantaten erwiesen ist, dass sie
durch magnetische und elektromagnetische Felder nicht beeinflusst
werden, sodass eine Störung des Implantates oder Verletzung
des Patienten ausgeschlossen werden kann.
Aus diesem Grund dürfen Patienten mit internen oder externen
Schrittmachern, Biostimulatoren oder ähnlichen Vorrichtungen,
welche durch elektromagnetische Felder entsprechend beeinflusst
werden könnten, MR-tomographisch nicht untersucht werden. Das
Risiko einer Magnetresonanztomographie (MRT) bei Schrittmacherpatienten
beruht auf der möglichen Dislokation bzw. Funktions- oder Programmänderung
des Schrittmachers. Weiters können Schrittmacherdrähte
als Antennen fungieren: Durch Einkopplung von radiofrequenten elektromagnetischen
Feldern kann es zu Defibrillationen, thermischen Schäden oder
anderen potentiell gefährlichen Effekten kommen.
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| Cochlearisimplantate |
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Auch bei
Cochlearisimplantaten ist eine MRT-Untersuchung strikt zu vermeiden.
Denn einerseits ist das Implantat aufgrund seiner Materialbeschaffenheit
den elektromagnetischen Einflüssen unterworfen, andererseits
können elektromagnetische Kräfte zu lokalen Verschiebungen
bzw. Fehlfunktionen führen.
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| Metallische
Fremdkörper |
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Besonders
zu beachten sind metallische Fremdkörper, wobei hier hauptsächlich
die Nähe zu neurovaskulären Strukturen ein erhöhtes
Risiko darstellt. Dislokationen bedingt durch die im Magneten frei
werdenden Kräfte können zur Schädigung derartiger
Gewebsstrukturen führen. Aus diesem Grund stellen metallische
Augenfremdkörper eine strikte Kontraindikation zu MRT-Untersuchung
dar. Bei Unsicherheit, ob ein derartiger Fremdkörper vorliegt,
sollte ein Nativ-Röntgen angefertigt werden. Wird er im Röntgenbild
nicht erfasst, ist die Möglichkeit einer Schädigung äußerst
unwahrscheinlich.
Ferromagnetische Gefäßclips verursachen nicht nur beträchtliche
Bildartefakte, sondern unterliegen auch den durch die MRT-Untersuchung
hervorgerufenen elektromagnetischen Kräften. Die heute zumeist
verwendeten Tantalclips stellen jedoch in dieser Hinsicht kein erhöhtes
Risiko dar. Trotzdem sollte eine ausreichende postoperative Narbenbildung
abgewartet werden.
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| Orthopädische
Implantate |
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Orthopädische
Implantate (Prothesenmaterialien) stellen keine Kontraindikation
zur MRT-Untersuchung dar. Neben Bildartefakten kann es allerdings
durch elektromagnetische Wechselwirkungen zur Erwärmung im
Implantationsbereich kommen, sodass Patienten dahingehend aufgeklärt
werden müssen. Gegebenenfalls ist die Untersuchung vorzeitig
zu beenden.
Die Tatsache, dass ein Patient schon MRT-Untersuchungen gehabt hat,
stellt keine Sicherheit für Implantate dar, sofern nicht an
identen Anlagen untersucht wird. Es obliegt dem Untersuchenden,
das potentielle Risiko und den Nutzen für den Patienten im
Falle einer MRT-Untersuchung zu evaluieren und dementsprechend danach
zu handeln. Liegen bei einem Patienten metallische Implantate jedweder
Art vor und besteht Unsicherheit hinsichtlich einer potentiellen
Schädigung im Rahmen der MRT-Untersuchung, empfiehlt es sich,
bei der Herstellerfirma die MRT-Tauglichkeit derartiger Materialien
zu hinterfragen, um Schädigungen des Implantates bzw. Verletzungen
des Patienten zu vermeiden.
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| MRT
bei Schwangeren |
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Derzeit
gibt es keinen Hinweis auf schädigende Effekte der MR-Tomographie
bei sich entwickelnden Föten. Da die heute vorhandene Erfahrung
allerdings auf einem limitierten Patientengut beruht, ist der MRT-Untersuchung
von Schwangeren besondere Beachtung zu schenken. Eine MRT ist dann
in Betracht zu ziehen, wenn andere nicht auf ionisierender Strahlung
basierende Modalitäten der diagnostischen Bildgebung inadäquat
erscheinen oder die MRT-Untersuchung Informationen erwarten lässt,
welche nur durch Methoden gewonnen werden könnten, denen ionisierende
Strahlung zu Grunde liegt (Durchleuchtung, CT usw.). Eine entsprechende
Patientenaufklärung ist in diesen Fällen unumgänglich!
MRT-Untersuchungen im ersten Trimenon sollten vermieden werden,
wenngleich hierfür eine rationale Ursache nicht gegeben ist.
Wenn möglich, sollten MRT-Untersuchungen bei Schwangeren auf
einen frühen postpartalen Zeitraum verschoben werden. Bei der
MRT von Schwangeren hat eine strenge Abwägung zwischen Risiko
und Nutzen zu erfolgen. (jk)
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Neue
Dimensionen: Drei- und vierdimensionale Darstellungen
des menschlichen Skeletts |
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Univ.-Prof.
Dr. Franz Kainberger,
Univ.-Klinik für Radiodiagnostik, Wien
DDr. Arnulf Baumann,
Univ.-Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Wien
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"Vorbereitung
ist das halbe Ergebnis." Dieser, erfolgreichen Managern geläufige
Satz, gilt genauso in der Medizin und so ist die sorgfältige
Planung einer Therapie wesentlicher Bestandteil ihres Erfolges.
Dass dabei Röntgenbilder eine unverzichtbare Rolle spielen,
ist unbestritten. Allerdings besteht hier immer wieder das Problem,
dass die komplexen anatomischen Zusammenhänge schwarzweißer
Bilder für den Radiologen zwar zu seinem täglichen Brot
gehören, dem operativ tätigen Arzt jedoch sehr viel an
Vorstellungsvermögen abverlangen. Es erfordert ein hohes Maß
an Erfahrung, die sich überlagernden Strukturen am Röntgenbild
so in die eigene Gedankenwelt zu übertragen, dass daraus ein
hilfreiches Konzept für die geplante Operation entsteht.
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Abb.
1: Dreidimensionales Modell der CT-Untersuchung eines Patienten
mit einem Bruch des Bodens der Augenhöhle, erkennbar an
einer diskreten Stufenbildung (Pfeil). |
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Mit dreidimensionalen
Bildern gelingt es viel leichter, schwierige räumliche Zusammenhänge
so darzustellen, dass das Problem, das die Beschwerden des Patienten
verursacht, "auf einen Blick" erfasst werden kann. Beispiele
betreffen vor allem die knöchernen Strukturen des Gesichtsschädels.
Denn hier ist es nicht nur notwendig, durch eine Operation zu einem
funktionell guten Ergebnis zu gelangen. Ebenso wichtig ist ein ästhetisch
hochwertiges Ergebnis. Vor allem bei schwierigen Fragestellungen
vor technisch anspruchsvollen Operationen ist die dreidimensionale
Rekonstruktion von Röntgenschnittbildern hilfreich. Fast immer
werden Datensätze von Untersuchungen mittels Computertomographie
(CT) verwendet, um auf elektronischem Wege entweder neue Schnittbilder
in praktisch jeder Raumebene anzufertigen oder um dreidimensionale
Volumenmodelle herzustellen. Ersteres, die multiplanare Reformatierung,
wird beispielsweise zur Untersuchung des Ober- oder Unterkiefers
vor der Planung von Zahnimplantaten oder nach Gesichtsschädelverletzungen
angefertigt. Eine räumliche Darstellung mittels Volumenmodellen
ist vor der Planung aufwendiger chirurgischer Eingriffe, wie nach
komplexen Gesichtsschädelverletzungen, nötig (Abb. 1).
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| "Grenzenlose"
Auflösung |
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Seit der
Entwicklung der Röntgenstrahlen war es eines der wesentlichen
Anliegen, Bilder mit der größtmöglichen Zeichenschärfe,
d.h. örtlichen Auflösung, herzustellen. Mit der Hard-
und Software moderner CT-Geräte, sogenannter Multislice-Multidetektorgeräte,
können die Informationen eines Röntgenstrahlenbündels
durch bis zu vier Detektorreihen verarbeitet werden. Dadurch wird
die Untersuchungszeit entsprechend verkürzt. Darüber hinaus
wird vor allem für dreidimensionale Bildrekonstruktionen die
Auflösung erhöht (Abb. 2).
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| Radiologie
zum "Be-Greifen" |
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In manchen
Fällen, wie vor der Rekonstruktion angeborener Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten,
kann aus dreidimensionalen CT-Datensätzen ein Kunststoffmodell
hergestellt werden. Dieses Verfahren, das aus dem technischen Modellbau
stammt, wie er in der Autoindustrie Verwendung findet, ermöglicht
es dem Chirurgen, radiologische Bilddatensätze im wahrsten
Sinne des Wortes "in die Hand zu nehmen" (Abb. 3). So
kann mit Patienten das therapeutische Vorgehen anschaulich besprochen
werden. Ebenso ist es möglich, die Operation vorher "maßgeschneidert"
am Modell durchzuführen: Die osteosynthetischen Metallplatten
können mit exakt dazupassenden Schrauben gewählt und geprüft
werden, um sie bei der später durchzuführenden Operation
rasch korrekt platzieren zu können.
(a)
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(c) |
(b) |
(d) |
| Abb.
3: Radiologie zum "Be-Greifen": (a) Bei einer
Patientin besteht nach einem Unfall ein enormer Defekt des Schädelknochens
über der Augehöhle. Dies wird anhand eines Kunststoffmodells
dokumentiert, das auf dem Datensatz einer CT-Untersuchung basiert.
(b) Bei der anschließenden "Probe-Operation"
werden die zu verwendenden Osteosynthesematerialen exakt angepasst,
der Defekt wird am Modell verschlossen. (c) Der vorher bestehende
Defekt (Pfeil) ist nach der erfolgreichen Operation (d) nicht
mehr sichtbar. |
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| Zeit
die vierte Dimension |
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Seit Jahrzehnten
wird in der Physik die Zeit, zusätzlich zu den drei Raumebenen,
als vierte Dimension bezeichnet. Die Komplexität des zweidimensionalen
Röntgenbildes, auf dem die räumlichen Dimensionen des
menschlichen Körpers abgebildet werden, wird durch die dreidimensionale
Bildgebung klarer dargestellt. Durch immer leistungsfähigere
Computer gelingt es heute, auch Bewegungen sichtbar zu machen. Bei
der CT-Fluoroskopie ist der Patient der Röntgenstrahlung etwas
länger, nämlich für Sekunden im Gegensatz
zu den Millisekunden einer Röntgenaufnahme ausgesetzt.
Dementsprechend bleibt dieses Verfahren nur speziellen Fällen
vorbehalten.
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| Computerassistierte
Radiologie |
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Ohne die
Errungenschaften der Informationstechnologie sind aufwendige bildgebende
Verfahren, wie die Herstellung dreidimensionaler Bilder, nicht denkbar.
Waren schon die ersten "Gehversuche" der Ultraschalldiagnostik
in der Medizin nur durch den Einsatz damals hochmoderner Rechner
möglich, so stehen uns heute zunehmend komplexere und sich
immer rascher entwickelnde digitale Technologien zur Verfügung;
und ein Ende der Entwicklung ist nicht absehbar. So wird bereits
daran gearbeitet, Röntgenbilder mittels der neuen WAP-Technologie
per Handy zu versenden. Alle Verfahren, die der digitalen Bildentstehung,
Bildverarbeitung und auch Bildkommunikation zuzuordnen sind, können
heute unter dem Begriff CAR, computerassistierte Radiologie, zusammengefasst
werden, ein Bereich, der als neues Spezialgebiet der Bildgebenden
Diagnostik etabliert ist.
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Quelle: VBDO
Durchblick, Nr. 7, August 2000, S. 3. |
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