Radiologen
bieten Orientierungshilfe
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Mit
der erstmals herausgegebenen "Orientierungshilfe Radiologie"
soll Ärzten in Krankenhäusern und im niedergelassenen Bereich
geholfen werden, die für die jeweilige Situation am besten geeigneten
bildgebenden Verfahren auszuwählen. Ziel ist es, Patienten bei höchster
Diagnosesicherheit so gering als möglich zu beanspruchen.
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Die
"Orientierungshilfe Radiologie" bietet Ärzten eine
praxisorientierte Handhabe, um auf möglichst strahlenschonende
und kosteneffektive Weise ein Maximum an Information zu erhalten. |
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Die "Orientierungshilfe
Radiologie Anleitung zum optimalen Einsatz der klinischen Radiologie"
bewertet die Rolle von Röntgen, Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie,
Nuklearmedizin und Positronenemissionstomographie bei vorgegebenen Fragestellungen.
Dass dabei längst nicht alle denkbaren klinischen Fragestellungen behandelt
werden konnten, liegt auf der Hand. Die Auswahl erfolgte nach Bedeutung
und Häufigkeit durch eine Expertenkommission, an der Vertreter des
VBDO maßgeblich beteiligt waren.
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| Erstmals
Qualitätsrichtlinien |
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Damit
gibt es in Österreich erstmals Qualitätsrichtlinien für Röntgenuntersuchungen,
was die ausgezeichnete Stellung der heimischen Radiologen im europäischen
Spitzenfeld unterstreicht. Finanziert wurde diese von der Ärzteschaft
autonom initiierte und durchgeführte Qualitätssicherungsinitiative
übrigens von den radiologischen Interessensvertretungen und den radiologisch-wissenschaftlichen
Gesellschaften. Auch der VBDO hat an der Entwicklung und Finanzierung substantiell
mitgewirkt.
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| Rasanter
technischer Fortschritt |
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Eine
besondere Bedeutung kommt der "Orientierungshilfe Radiologie",
die im Übrigen regelmäßig aktualisiert werden soll, auch
deshalb zu, weil kaum ein anderer Fachbereich durch den technischen Fortschritt
derart rasanten Veränderungen unterworfen ist wie die Bilddiagnostik.
Dementsprechend fällt die Orientierung zunehmend auch dem versierten
Kliniker schwer.
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| Praxisorientierte
Handhabe |
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Mit der
Richtlinie EURATOM 97/43 des Europäischen Rates sind die EU-Mitgliedstaaten
deshalb auch verpflichtet, Aufzeichnungen zur Verfügung zu stellen,
die klar strukturiert den sinnvollen Einsatz verschiedener bildgebender
Verfahren beschreiben. Hier schließt die "Orientierungshilfe"
eine Informationslücke und bietet Ärzten in Österreich eine
durchwegs praxisorientierte Handhabe, um auf möglichst strahlenschonende
und kosteneffiziente Weise ein Maximum an Information zu erhalten.
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| Multi-Slice
Computertomographie |
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Die
Multi-Slice Computertomographie ist die jüngste technische
Entwicklung auf dem Gebiet der Computertomographie (CT).
Im Prinzip ermöglicht die neueste Scanner-Generation die simultane
Aufnahme von vier CT-Schichten oder vier Spiral-CT-Rohdatensätzen
gleichzeitig. Darüber hinaus werden immer kürzere Rotationszeiten
erreicht, die sich in den letzten zehn Jahren auf bis zu 0,5 Sekunden
pro Rotation halbiert haben. Diese Leistungssteigerung kann nun
ohne dass sich an der Strahlenexposition des Patienten im
Vergleich zu einer konventionellen CT etwas ändert dazu
verwendet werden, um das Untersuchungsvolumen zu vergrößern,
um die Untersuchungszeit maximal zu verkürzen oder um die Ortsauflösung
innerhalb eines Untersuchungsvolumens deutlich zu verbessern, etwa
für die Herstellung hochqualitativer dreidimensionaler Bilder.
Dadurch werden nicht nur alle bestehenden Anwendungen der Computertomographie
verbessert, sondern es ergeben sich auch neue Anwendungsgebiete.
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Becken-Bein
CT-Angiographie mit Multi-Slice CT: Das erweiterte Untersuchungsvolumen
mit der Multi-Slice CT-Technik erlaubt die Untersuchung der
Becken- und Beinarterien in einer einzigen Serie mit intravenöser
Kontrastmittelinjektion. |
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| Kardiale
CT |
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Multi-Slice
CT-Geräte mit subsekunder Rotationszeit erreichen durch optimale
Rekonstruktionsverfahren eine Zeitauflösung von bis zu 250
Millisekunden. Ein typisches Anwendungsbeispiel für die sequentielle,
EKG-getriggerte Multi-Slice CT des Herzens ist die Quantifizierung
von Koronarkalk. Durch spezielle Spiral-Interpolationsalgorithmen,
welche die synchron aufgezeichnete EKG-Information nützen,
können aber auch herzphasenselektive, praktisch bewegungsfreie
Bilder des Herzens errechnet werden.
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| CT-Angiographie |
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Die Kombination
aus kurzer Scan-Zeit und rascher Kontrastmittelinjektion, die durch
die Einführung der Spiral-CT möglich wurde, hat die Computertomographie
bereits heute ihren festen Platz in der Gefäßdiagnostik.
Durch die Multi-Slice-Technik wird es auch erstmals möglich,
das gesamte Arteriensystem der Beine (von der Bauchschlagader bis
zu den Fußarterien unterhalb des Knöchels) in einer Serie
zu untersuchen. Erste Ergebnisse sind vielversprechend und es ist
längerfristig zu erwarten, dass invasive intraarterielle angiographische
Techniken nur noch dann durchgeführt werden müssen, wenn
damit eine Intervention verbunden ist, beispielsweise eine Gefäßrekanalisation
oder Gefäßdehnung. Dies bedeutet eine geringere Belastung
für den Patienten, eine bessere und optimierte Therapieplanung
und letztlich eine Kostenreduktion.
(Dr. Dominik Fleischmann, Universitätsklinik für Radiodiagnostik,
AKH Wien)
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Das
Hüftgelenk als diagnostische und therapeutische
Herausforderung für den Orthopäden |
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OA Doz. Dr.
Siegfried Hofmann, OA Doz. Dr. Christian Tschauner,
beide Orthopädische Abteilung des LKH Stolzalpe |
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Schmerzen
im Bereich des Hüftgelenkes stellen nicht selten ein diagnostisches
Problem dar, zumal neben pathologischen Veränderungen im Hüftgelenk
selbst auch eine Vielzahl von anderen Erkrankungen in diese Region
ausstrahlen kann.
Die Einführung der Magnetresonanztomographie (MRT) hat die
Diagnostik von Hüftgelenkserkrankungen wesentlich erleichtert.
Die Methode hat zur Aufklärung von Ätiologie und Pathophysiologie
beigetragen und bei einigen Krankheitsbildern auch eine wesentliche
prognostische Verbesserung gebracht, die vor allem auf die Krankheitsfrüherkennung
zurückzuführen ist.
Vor jeder bildgebenden Abklärung unklarer Hüftgelenksschmerzen
hat jedoch die Erhebung einer ausführlichen Anamnese und die
sorgfältige klinische Untersuchung zu erfolgen. Eine suffiziente
klinische Diagnostik hilft in vielen Fällen, unnötige
und kostenaufwändige weitere Abklärungen einzusparen.
Das Nativröntgen stellt nach wie vor das bilddiagnostische
Mittel der ersten Wahl zur Abklärung unklarer Hüftgelenksschmerzen
dar. In ausgewählten Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung
zur Erfassung eines Gelenksergusses oder eventuell vorhandener extraarticulärer
Weichteilveränderungen erfolgen. Wenngleich sich in den meisten
Fällen intra- und extraarticuläre Ursachen für den
Hüftschmerz klinisch unterscheiden lassen, empfiehlt es sich
doch in sehr vielen Fällen, bei intraarticulären Gelenksschmerzen
und nicht konklusivem Röntgenbild im Falle des ausbleibenden
Behandlungserfolges den Patienten einer MRT zuzuführen. Nur
in ganz speziellen Fällen (Tumore?) werden heute bei Schmerzen
im Hüftgelenksbereich noch Computertomographie und Skelettszinitgraphie
durchgeführt. Von den zahlreichen intraarticulären Ursachen
des Hüftgelenksschmerzes werden im Folgenden die häufigsten
Krankheitsbilder kurz dargestellt:
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Abb.
1: MRT, coronal, T1-Gewichtung: ausgeprägtes Knochenmarksödem
im linken Hüftkopf und Schenkelhals. Die rechte Hüfte
zeigt keine krankhaften Veränderungen. |
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| Knochenmarksödemsyndrom
(KMÖS) |
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Die Patienten
leiden unter zum Teil massiven Hüftgelenksschmerzen, die bis
zur Gehunfähigkeit führen können. Die klinische Diagnostik
ist in diesen Fällen allerdings unspezifisch. Obwohl man die
Pathogenese noch kontroversiell diskutiert (Transiente Osteoporose,
Algodystrophie, Frühform der Hüftkopfnekrose), wird heute
zumeist eine konservative Behandlung empfohlen (Analgetika und Entlastung
mittels Stützkrücken), die sich bis zu einem halben Jahr
hinziehen kann. Durch Hüftkopfentlastungbohrung können
bei diesen Patienten die Schmerzen innerhalb einer Woche zum Abklingen
gebracht und die Patienten nach circa sechs Wochen wieder in den
Arbeitsprozess eingegliedert werden.
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Abb.
2: Coronales T1-gewichtetes MRT-Bild: Linke Hüfte:
Im oberen Abschnitt des Hüftkopfes kommt ein Osteonekroseareal
(abgestorbener Knochen) zur Darstellung. Im Schenkelhals sind
noch Bohrkanalreste (Zustand nach Entlastungsbohrung wegen Begleitödembehandlung)
erkennbar. |
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| Hüftkopfnekrose
(HKN) |
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Klinisch
zeigen sich völlig unspezifische intraarticuläre Schmerzen,
bei Mehrzahl der Patienten lassen sich anamnestisch Risikofaktoren
erheben (spezielle Stoffwechselerkrankungen, immun suppremierende
Medikamente, Alkohol etc.). Der Spontanverlauf führt zu schweren
sekundärarthrotischen Veränderungen. Eine frühzeitige
Diagnostik mittels MRT und darauf basierende chirurgische Therapien
zur Vermeidung von präarthrotischen Deformitäten ist daher
von großer Bedeutung. In den allermeisten Fällen wird
jedoch die Diagnose leider bereits im reversiblen Frühstadium
gestellt. Therapeutisch lässt sich dann nur mehr eine Schmerzlinderung
herbeirufen, der Weg zur Endoprothese ist allerdings vorgezeichnet
und kann lediglich durch therapeutische Maßnahmen hinausgezögert
werden.
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Abb.
3: MRT nach Durchführung einer Arthrographie
MR-Arthrographie: Junge Hochleistungssportlerin linke
Hüfte: Im cranolateralen Labrum zeigt sich ein Riss. |
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| Labrumläsionen |
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Bei Vorliegen
einer Hüftdysplasie oder Torsions-/Versionsfehlstellungen kommt
es häufig zu degenerative Labrumveränderungen. Bei jüngeren
Menschen sind Labrumläsionen meist auf sportliche Aktivitäten
bzw. Traumen zurückzuführen. Die klinische Diagnostik
beschränkt sich auf spezifische Provokationstests, die jedoch
häufig unspezifisch sind. Eine suffiziente Abklärung einer
eventuell vorhandenen Labrumläsion ist heutzutage nur durch
eine MR-Arthrographie, eine MRT-Untersuchung nach vorheriger Injektion
von Kontrastmittel in das Hüftgelenk, möglich. Therapie
der Labrumläsion bei der Hüftdysplasie ist die technische
aufwändige biomechanische Umstellung der diysplastischen Hüftgelenkspfanne
mit einer gelenksrekonstruierenden Beckenosteotomie mit oder ohne
gleichzeitiger Arthrotomie und Labrumresektion. Bei Fehlstellungen
ohne dysplastische Komponenten beschränkt man sich meist auf
eine Rotationsosteotomie des Femurs. Bei posttraumatischen Labrumläsionen
genügt die alleinige Labrumresektion mittels Arthroskopie.
Konservative Behandlungsversuche erweisen sich zumeist als frustrant.
Nichtbehandelte Labrumläsionen verursachen frühzeitige
arthrotische Veränderungen.
Anhand der erwähnten Krankheitsbilder hat sich gezeigt, dass
eine enge Zusammenarbeit zwischen Radiologen und Orthopäden
entscheidende therapeutische Entwicklungen erst ermöglicht
und auch in Zukunft dazu beitragen wird, dass Patienten mit unklaren
Schmerzzuständen des Bewegungsapparates frühzeitig und
suffizient geholfen werden kann.
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| Differentialdiagnose
des Hüftschmerzes |
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| Extraartikuläre
Ursachen |
Intraartikuläre
Ursachen |
| Bursitiden |
Infektionen |
| Insertionstendopathie |
Aktivierte
Arthrose |
| Muskelverletzungen |
Synovitis
villonodosa |
| Mb.
Piriformissyndrom |
Chronische
Polyarthritis |
| Syndrom
der schnappenden Hüfte |
Seronegative
Spondyloarthropathien (Bechterew, reaktive Arthritis etc.) |
| Iliosakralgelendsschmerzen |
Knochenmarkskontusion
(bone bruise) |
| Pseudoradikuläres
Syndrom L5 |
st.
p. Epiphysiolysis oder Mb. Perthes |
| Spinalstenose |
Chondromatose |
| Neuromuskuläre
Erkrankungen |
intraartikuläre
Tumore |
| Weichteiltumore |
Fehl-
und Missbildungen |
| Heterotope
Ossifikationen |
Syndrome
der verminderten Anteversion |
| Intraabdominelle
Prozesse |
intraartikuläre
Frakturen |
| extraartikuläre
Frakturen |
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Quelle: VBDO
Durchblick, Nr. 6, Mai 2000, S. 3. |
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