| Wie
funktioniert das CT High-Tech-Gerät? |
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von
Dr. Christof Staniszewski |
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Die modernen
CT-Scanner ermöglichen eine schnelle Bildgebung mit wohldosierter
Röntgenstrahlung. Die Strahlen stammen von einer Hochleistungs-Röntgenröhre
(Abb. 1), die fähig ist, längere Zeit kontinuierlich zu
arbeiten (bis zu etwa 100 Sekunden). Die Strahlung wird dabei abgeschirmt,
gebündelt und von einem Detektorenkranz (Abb. 2) empfangen.
Dieser Kranz besteht aus über 3.000 kleinen Gasionisation-Detektoren
beziehungsweise Photodioden. Sowohl der Detektorenkranz als auch
die Röhre rotieren in einer Einheit um den Patienten. Die notwendige
Datenableitung wird mit einem Schleifring (Abb. 3) gewährleistet.
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Fotos: GE |
| Abb.1 |
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Abb.2 |
Abb.3 |
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| Die
Kunst der Untersuchung |
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Der Patient
liegt auf einem ferngesteuerten Tisch und wird stufenweise oder
kontinuierlich verschoben. Dadurch werden die Daten entweder scheibchenweise
("direkte 2D-Darstellung") oder volumenbezogen ("3D-Darstellung")
akquiriert. Die Kunst der Untersuchung besteht aus einer geeigneten,
der Fragestellung angepassten Optimierung der Strahlenqualität,
der Tischbewegung/Schichtbreite, der Steuerung der Atemphase und
des Kontrastmittels sowie der Filterung und Auswertung der Daten.
Ziel ist die optimale Bildqualität bei minimierter Strahlenmenge
und kurzer Untersuchungsdauer. Dafür benötigt man eine
fokusierte Fragestellung (Verdachtsdiagnose, Untersuchungsgebiet),
optimierte Soft- und Hardware sowie eine interaktive, individuelle
Untersuchungsleitung durch ein Expertenteam.
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Eine
Computertomographie bringt optimale Bildqualität bei
minimierter Strahlenmenge und kurzer Untersuchungsdauer.
Foto:
GE |
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| Technologie
mit Zukunft |
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Die Weiterentwicklung
der CT wird eine weitere Reduktion der Strahlendosis bringen, z.B.
mittels Mehrfachdetektoren oder durch eine zusätzliche Beschleunigung
der Datenakquisition mit unter einer Sekunde dauerndem Spiralscan
(Synonyme: "Helical-CT", "Volumetric-CT"). Dies
würde auch eine Verfeinerung der dynamischen CT-3D-Angiographie-Darstellung
des Kopfes, des Brustkorbes und des Abdomens sowie eine CT-Durchleuchtung
ermöglichen. Beispielsweise in der Kinderradiologie könnte
die Elektronenstrahl-CT dann zur Beseitigung der störenden
Bewegungsartefakte genutzt werden.
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Die
Bedeutung der CT und MRT für die Diagnostik
von Wirbelsäulenerkrankungen |
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Von
o. Univ.-Prof. Dr. Reinhard Windhager
Klin. Abt. f. Orthopädie,
LKH Universitätsklinik, Graz |
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Der rasante
Fortschritt der Wirbelsäulenchirurgie in den letzte 15 Jahren
ist zu einem großen Teil der exakteren Darstellung pathologisch
anatomischer Strukturen durch immer bessere bildgebende Verfahren
zu verdanken. Vor allem die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie
(MRT) sind heutzutage für die Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen
nicht mehr wegzudenken und haben die Myelographie sowie die Nativtomographie
komplett verdrängt.
Wirbelsäulenbeschwerden
in Form von Kreuzschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung in das Bein
sowie Rücken- oder Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten
Ursachen für Krankenstände und Frühberentung in den
industrialisierten Ländern. Im Erwachsenenalter geben 85 Prozent
an, bereits an Kreuzschmerzen gelitten zu haben und 40 Prozent der
Bevölkerung leiden aktuell darunter. Die Diagnostik muss aufgrund
dieser Häufigkeit primär mit einer sorgfältigen Anamnese
und klinischen Untersuchung beginnen, wodurch teilweise bereits
funktionelle von organischen Störungen differenziert werden
können. Die Mehrzahl der Beschwerden, vor allem jene funktioneller
Natur, klingen innerhalb weniger Tage oder Wochen ab und bedürfen
keiner weiteren Abklärung. Neurologische Ausfälle, wie
Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen hingegen oder
anhaltende Beschwerden über drei Wochen sollten einer konsequenten
Abklärung zugeführt werden, die mit einem Nativröntgen
des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes beginnt. Im Falle von
neurologischen Defiziten ist in jedem Fall eine sofortige Schnittbilduntersuchung
anzuschließen, um die Ursache der Nervenlaesion zu finden.
Auch ein negativer radiologischer Befund sollte bei anhaltenden
Beschwerden Anlaß zur weiteren Schnittbilduntersuchung geben,
wobei bei nicht genauer Lokalisierbarkeit die MRT zu bevorzugen
ist. Im besonderen haben sich die Schnittbilduntersuchungen bei
Bandscheibenleiden, degenerativen Spondylolisthesen, Entzündungen,
Wirbelsäulentumoren mit Abgrenzung von anderen destruktiven
Prozessen und degenerativen Prozessen wie Vertebrostenose bewährt.
Die Computertomographie wird aufgrund der exakten Knochendarstellung
auch zur Herstellung von 3D-Modellen verwendet, die einerseits in
der präoperativen Planung eingesetzt werden können, oder
aber mit Hilfe eines Navigationssystems eine intraoperative dreidimensionale
Darstellung ermöglichen.
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| Diskopathie |
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Bandscheibenveränderungen
stellen sicherlich die Hauptindikation für die Anwendung der
CT dar vor allem wegen der leichteren Verfügbarkeit.
Voraussetzung ist eine exakte klinische Eingrenzung der zu untersuchenden
Region. Die CT erlaubt Aussagen über Bandscheibenprotrusionen,
Nervenkompression durch Bandscheibenprolaps oder degenerative Veränderungen
im Bereich der Facettengelenke (Abb. 1a bis 1d). Durch sekundäre
Rekonstruktionen können Schnittbilder in allen beliebigen Ebenen
hergestellt werden, die Aussagen über die Stellung der Wirbelkörper
zueinander oder aber über den postoperativen Durchbau einer
Spondylodese erlauben.
Die MRT ermöglicht nicht nur eine bessere Aussage über
die Weichteile, sondern gibt auch einen Überblick über
mehrere Segmente und außerdem Auskunft über das Signalverhalten
und damit den Hydratationsgehalt der Bandscheibe. Die hohe Sensitivität
der MRT kann allerdings zu falsch positiver Befundung verleiten,
wenn keine direkte Korrelation mit den klinischen Symptomen hergestellt
wird. So wurden in einer Studie an asymptomatischen Probanden unter
60 Jahren in 22 Prozent abnormale MRT-Befunde (Diskushernien oder
Spinalkanalstenosen) gefunden und im Alter über 60 Jahren sogar
57 Prozent. Auf speziellen MRT-Sequenzen steigt dieser Prozentsatz
bis auf 93 Prozent. Diese Zahlen belegen, dass diese wertvolle,
hochsensitive Methode die große Gefahr der Überbewertung
birgt und der sorgfältigen Interpretation durch einen Kliniker
bedarf, um nicht zu voreiligen und überflüssigen therapeutischen
Handlungen zu verleiten.
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Abb.
1a: CT der LWS: Vertebrostenose. Einengung des Spinalkanals
(rot) durch massive Randzacken der degenerativ veränderten
kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose)
(vgl. mit Abb. 1b!). |
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Abb.
1b: CT der LWS: Bandscheidenprolaps. Medio-lateral links
gelegener umfangreicher Vorfall (rot) der Bandscheibe L5/S1.
Erhebliche Kompression des Duralsacks. Strukturen innerhalb
des Duralsacks allerdings nicht differenzierbar (normal weiter
Spinalkanal). |
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Abb.
1c, d: MRT der LWS sagittal (c) und axial (d): Massiver
Prolaps L5/S1 (gelb) mit Verdrängung und Kompression der
linken Nervenwurzel S1 (rot). |
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| Degenerative
Spondylolisthese und Vertebrostenose |
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Das Wirbelgleiten
kommt vor allem im Segment L4/5 am häufigsten vor. Die CT gibt
hier Auskunft über die durch Osteophyten aufgetriebenen oberen
und unteren Gelenkfacetten mit lateraler Spinalkanalstenose, die
degenerativen Veränderungen in den zygapophysealen Gelenken
sowie die Erosion des medialen Teiles des oberen Gelenkfortsatzes
mit folglicher Ventralsubluxation des darüber gelegenen Wirbels.
Als Vertebrostenose wird eine konzentrische Einengung der Cauda
durch diese degenerativen Veränderungen bezeichnet, die bei
klinischer Manifestation zu einer passageren, reversiblen Schwäche
in den Beinen nach wenigen Minuten Gehen führt (Claudicatio
spinalis) (Abb. 1a).
Auch bei diesen Veränderungen darf keine Überinterpretation
erfolgen, da degenerative Spondylolisthesen mit zunehmendem Alter
häufiger werden und bei Frauen über 65 Jahre in einem
Prozentsatz von 29 Prozent auftreten. Während bei der Anterolisthese
keine Korrelation zwischen den radiologischen Veränderungen
und der Klinik hergestellt werden konnte, zeigte sich bei der Retrolisthese,
die in der gleichen Altersgruppe in 14 Prozent der Fälle auftritt
(L3/L4) eine deutliche Korrelation mit Rückenschmerzen.
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| Entzündungen
und Tumoren |
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Die CT und
mehr noch die MRT sind von der Diagnostik entzündlicher und
neoplastischer Veränderungen heute nicht mehr wegzudenken.
Bei Entzündungen, die charakteristischerweise vom Bandscheibenraum
beginnen und zu einer Destruktion der angrenzenden Wirbelkörper
führen, kann dieses patho-morphologische Substrat sowohl in
der axial rekonstruierten CT aber besser noch in der MRT dargestellt
werden. Neben Abszeßbildungen und Kompression neuraler Strukturen
kann auch die Aktivität des Prozesses gemessen an der Kontrastmittelaufnahme
erfaßt werden (Abb. 2a). Der Ausheilungszustand, die Blockwirbelbildung,
läßt sich vor allem in der längsrekonstruierten
CT nachvollziehen, wodurch auch Informationen über die Belastbarkeit
des Blockwirbels zu gewinnen sind.
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Abb.
2a: MRT der LWS: Spondylodiscitis L1-L2 mit Ausbildung eines
intraossären Abszesses (rot) ohne Beeinträchtigung
des Spinalkanals. |
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Abb.
2b: MRT der LWS: Porotische Wirbelkompression: Keine Metastasen
oder frische Einbrüche auf Grund des normalen Signalgehalts
des Knochenmarks. |
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Abb.
2c: MRT der LWS: Metastasen eines Bronchuskarzinoms (runde
dunkle Herde im hellen Knochenmark der Wirbelkörper). |
Bei Tumoren
(Abb. 3) wird die CT vor allem zur Beurteilung der Destruktion der
vorderen oder hinteren Tragepfeiler herangezogen, wodurch eine Aussage
über die knöcherne Stabilität möglich ist. Mit
der MRT, die vor jedem operativen Eingriff durchzuführen ist,
kann die Infiltration angrenzender, aber auch entfernterer Wirbelsegmente
dargestellt werden. Das charakteristische Signalverhalten von tumorinfiltrierten
Wirbelkörpern (Abb. 2c) erlaubt auch eine Abgrenzung zu osteoporotischen
Wirbelkörperdestruktionen (Abb. 2b), wodurch den Patienten
weitere diagnostische Wirbelpunktionen erspart bleiben.
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Abb.
3a, b: MRT der LWS mit KM. Untersuchung wegen unklarer motorischer
Ausfälle der Beine. Stark kontrastmittelaufnehmender kleiner
Tumor auf Höhe L2 geschichtet (rot umrandet); Meningeom
(gutartig).
a: sagittal
b: axial |
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Abb.
3c: MRT der BWS wegen unklarer neurologischer Ausfälle.
Tumor des Rückenmarks (Stiftgliom, gelb umrandet); MRT
ist das einzige Verfahren, welches das Rückenmark direkt
abbilden kann. |
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| Navigation
in der Wirbelsäulenchirurgie |
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Die Erstellung
eines dreidimensionalen Modells am Bildschirm ist durch computerunterstützte
Aufarbeitung von CT- und MRT-Bilddaten seit längerer Zeit möglich.
Mit Hilfe dieser Computermodelle wurden auch reale Modelle aus Styropor
oder anderen Materialien durch Übertragung der Daten auf einen
Fräser hergestellt. Um die Information der dreidimensionalen
Rekonstruktion auch intraoperativ zu nützen, ist die Überlagerung
des virtuellen Computer 3D-Modells mit der Realität notwendig,
was durch Abgleichen von Punkten am Wirbelkörper mit Punkten
am virtuellen Modell gelingt (Kalibrierung). Die zu verwendenden
Instrumente sind mit optoelektronischen Markern bestückt, die
von einer Kamera im Raum verfolgt und somit auf das virtuelle Modell
im Computer übertragen werden. Hierdurch gelingt es, die Information
der Schichtverfahren, im besonderen der Computertomographie, direkt
auf die reelle Situation zu übertragen, wodurch eine exaktere
Planung und höhere Präzision gewährleistet wird.
| Literatur |
Boden
SD, Davis DO, Dina TS et al (1992)
Abnormal magnetic resonance scans of the lumbar spine in asymptomatic
subjects: A prospective investigation. JBJS 72-A : 403-408. |
Windhager
R.
Therapie von Tumoren der Wirbelsäule. Aktuelle Schwerpunkte
der Orthopädie. H. W. Springorum und B. D. Kathagen. Georg
Thieme Verlag Stuttgart 1994. |
Vogt
M.T., Rubin D., Ria San Valentin et al. (1998)
Lumbar Olisthesis and Lower Back Symptoms in Elderly White Women.
The Study of Osteoporotic Fractures. Spine 23: 2640-2647. |
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Quelle: VBDO
Durchblick, Nr. 3, April 1999, S. 3 f. |
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