Der Patient im Mittelpunkt

Durch eine Reihe von Maßnahmen unterstreicht der Verband für Bildgebende Diagnostik ÖsterreichVBDO, dass der Patient mit seinen Ansprüchen an die moderne Medizin und seinem Informationsbedürfnis im Vordergrund aller Aktivitäten stehen muss.

Der Patient im Mittelpunkt Der Patient darf nicht allein gelassen werden. Deshalb setzt sich der VBDO für eine weitere Optimierung des Patientenservice ein.

Als 1987 gegründete österreichische Interessensvertretung der außerspitalischen Institute für bildgebende Diagnostik gehören dem VBDO derzeit 97 Bilddiagnostikinstitute mit insgesamt 151 Mitgliedern an. Alle Mitgliedsinstitute des VBDO sind selbständige, privat geführte Ambulatorien, die fast ausschließlich von niedergelassenen Fachärzten für Radiologie betrieben werden. Durch ihre Ausstattung, neueste Computer-Tomographiegeräte (CT) und Magnetresonanz-Tomographiegeräte (MRT), helfen sie, die medizinische Versorgung in Österreich mit modernsten Diagnoseverfahren zu gewährleisten.


Aufgaben des VBDO
Hauptaufgabe des VBDO ist es, die reibungslose und flächendeckende Patientenversorgung in Österreich durch Schaffung adäquater Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit den sozialen Krankenversicherungsträgern zu garantieren. Im einzelnen gehört dazu:
 
  • die Mitarbeit bei der Erstellung von regionalen Standortplänen für ganz Österreich (ÖBIG-Großgeräteplan);
  • eine Qualitätssicherung durch die Definition von Qualitätsstandards, einerseits bezüglich des Einsatzes von CT und MR und der Ausstattungsstandards sowie andererseits hinsichtlich Aus- und Weiterbildung des Untersuchungspersonals;
  • die Einrichtung einer Informationsstelle für Ärzte und Medien.


Optimiertes Service
  Darüber hinaus setzt der VBDO auch Schwerpunkte bei der weiteren Optimierung des Patientenservice unter anderem durch eine Verkürzung der Wartezeiten sowie durch verlängerte Betriebszeiten – wenn nötig auf bis zu 24 Stunden täglich, sieben Tage in der Woche. Weiters soll die "Schwellenangst" vieler Patienten bei der bildgebenden Diagnostik durch Information im persönlichen Gespräch, durch Vorträge und via Medien abgebaut werden.


Mehr Kooperation

Ebenfalls im Interesse der Patienten ist die Intensivierung von Kooperationen im diagnostischen Bereich. Eine solche verbesserte Zusammenarbeit betrifft nicht nur an VBDO-Institute zuweisende Ärzte, etwa durch Unterstützung bei der Einführung einer elektronischen Bilddatenübermittlung. Auch die Einführung einer Anlaufstelle im VBDO, die über Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen von CT und MRT informiert, ist geplant. Den Wissenstranfer wiederum forciert der Erfahrungsaustausch mit der Bundesfachgruppe Radiologie der österreichischen Ärztekammer, der österreichischen Röntgengesellschaft, dem Verband für medizinischen Strahlenschutz und den medizinischen Fakultäten aller drei österreichischer Universitäten sowie wissenschaftlichen Gesellschaften, beispielsweise der österreichischen Krebsgesellschaft.

Wenn Sie weitere Fragen zum VBDO haben, dann rufen Sie uns doch einfach an: Unsere Telefonnummer lautet 02742/341-122.


Die Spiral-Computertomographie im Einsatz:
Konventionelle CT und Spiral-CT im Vergleich

  Durch die Spiral-CT lassen sich im Vergleich zur bisherigen konventionellen CT noch kleinere Krankheitsherde und Tumore erfassen.
 

Bei der konventionellen CT-Technik werden vom Patienten Schichtaufnahmen angefertigt. Diese haben eine Dicke von 1 bis 10 Millimeter. Zwischen den Aufnahmen liegt eine kurze Pause, in der die Patientenliege um eben diesen Millimeter-Abstand verschoben wird. Jedes Mal muss der Patient aus- und einatmen und versuchen, in immer gleicher Position den Atem anzuhalten. Besonders älteren Patienten gelingt dies nur schlecht. Die Aufnahmeabstände sind dadurch nicht immer gleich, und kleine Tumore (bis circa 1 Zentimeter) liegen unter Umständen nicht im Schichtbereich oder sind kleiner als die Schichtdicke. Sie können so dem Nachweis entgehen.

Die Untersuchungs- und Messdauer beträgt mehrere Minuten. Bei intravenöser Kontrastmittelverabreichung kommt es daher vor, dass das Kontrastmittel schon abgeflossen ist, bis die Aufnahmen der gewünschten Region angefertigt werden. Um das zu verhindern, müssen größere Kontrastmittelmengen verabreicht werden.

 

Spiral-CT ermöglicht die lückenlose Untersuchung
ganzer Organabschnitte bis 1 Millimeter Schichtdicke
 

Bei der Spiral-CT fährt die Patientenliege kontinuierlich durch die Gantry (Öffnung des CT-Geräts), während die Röntgenröhre ebenfalls kontinuierlich um den Patienten rotiert. Es werden so nicht nur einzelne Schichten untersucht, sondern das gesamte Volumen eines Körperabschnittes ohne Bildunterbrechung. Dadurch können kleine Herde bis zu einer Größe von circa 3 Millimetern erkannt werden.

Die Untersuchungszeit einer Organregion (Brustkorb, Bauchraum) verkürzt sich bei dieser Technik auf circa 20 bis 40 Sekunden. Durch die raschen Aufnahmezeiten können alle Organabschnitte im Maximum der idealen Kontrastmittelanreicherung dargestellt werden. Dies führt nicht nur zu einer wesentlich besseren Beurteilbarkeit, sondern es müssen auch pro Organgebiet geringere Kontrastmittelmengen verabreicht werden.
Durch die Untersuchung ganzer Volumenabschnitte können per Computer auch Schichtebenen rekonstruiert werden, die ursprünglich gar nicht dargestellt wurden. So wird die Betrachtung in einer zweiten Ebene und vor allem in dreidimensionalen Bildern möglich. Diese Bilder haben bei der Darstellung von Gefäßen und Knochenverletzungen große Bedeutung erlangt.
(dt)

 

Die Bedeutung der MRT in der Sporttraumatologie
  Von Ao. Univ.-Prof. Dr. Reinhard Weinstabl
 

Aus Amerika kommend hat die Sporttraumatologie inzwischen auch bei uns Einzug gehalten. Dies ist um so wichtiger, weil dem Sport und vor allem seiner Ausübung in Europa immer mehr Bedeutung beikommt. Und damit steigt bekanntermaßen auch die Zahl der Verletzungen.


 

Verletzungsträchtige Sportarten, wie beispielsweise das In-Iine Skating, liegen im Trend. Daß damit auch der Druck auf eine optimale medizinische Versorgung steigt, hat vor allem zwei Gründe: Natürlich muss an erster Stelle die optimale Behandlung im Sinne des Patienten stehen. An zweiter Stelle folgt aber bereits die Minimierung des volkswirtschaftlichen Schadens, also die Minimierung von Krankenständen, Invaliditäten und Berufsunfähigkeiten. Dabei konnte an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie in Wien anhand der Meniskusverletzungen nachgewiesen werden, dass eine auf den ersten Blick scheinbar teure Untersuchung wie die MRT Kosten sparen hilft und damit sogar vergleichsweise preiswert ist. So mussten wir feststellen, dass mit Zunahme der Genauigkeit in der Diagnose auch die Möglichkeit einer optimalen Behandlung steigt: Zum Wohle des Patienten und der Allgemeinheit.

 

"Behandlungsstraße" eines verletzten Sportler
 

Vergegenwärtigen wir uns den Ablauf der "Behandlungsstraße" eines verletzten Sportlers: Anamnese und klinische Untersuchung bedingen noch keine Hilfestellung durch den Radiologen. In der Diagnostik ist jedoch die intensive Zusammenarbeit beider Fachrichtungen unerläßlich. Hier kommt der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) eine immer größer werdende Bedeutung zu. Durch die Differenzierung der Ursache eines Schmerzes im Kniegelenksspalt, z.B. Knochenmarksödem oder Meniskusruptur, kann dem Patienten bei sehr ähnlicher oder gleicher klinischer Symptomatik durch die MRT eine Operation erspart werden. Dies ist nicht nur für den Patienten, sondern auch für die Behandlungskosten von nicht unerheblicher Bedeutung.

Die Hilfestellung in der OP-Indikation ist einer der wesentlichsten Punkte in der Zusammenarbeit von Chirurg und Radiologe. Immer genauere und ausgefeiltere Software-Pakete sowie Entwicklungen, wie z.B. "dynamische MRT" oder "3D-MRT" stellen dabei Möglichkeiten in der Beurteilung von Verletzungsmustern zur Verfügung, welche die Diagnosestellung und damit Behandlungsplanung wesentlich erleichtern.

 

MRT auch für die Therapie
 

Aber auch in der Nachbehandlung nimmt die Bedeutung der MRT zu. Kontrolle von OP-Ergebnissen kann vor allem im Sport dem behandelnden Arzt die Kommunikation mit dem Sportler wesentlich erleichtern: Rehabilitationsplanung und Trainingsplanung abhängig vom visuell nachweisbaren Heilungsverlauf werden immer wichtiger. Auf diese Weise kann eine zu rasche Rückkehr zu eventuell zu starken Belastungen eingeschränkt werden.

Darüber hinaus darf auch die Qualitätskontrolle des OP-Ergebnisses nicht vernachlässigt werden. Dabei geht es nicht darum, den Chirurgen wegen einer eventuell schlecht durchgeführten Operation zu entlarven – dies mag vielleicht ein forensischer Nebeneffekt sein – sondern um eine exakte Beurteilung der Belastbarkeit der operierten Region zu ermöglichen. Damit schließt sich der Behandlungskreis und ein primär gesunder Mensch, der durch einen Unfall ein Behinderung erfahren hat, wird wieder gesund.

 

Fallbeispiele
   
 
Grad IV Läsion eines medialen Meniskus bei einem 25-jährigen Fußballspieler. OP-Indikation. Teilresektion des Lappens ohne große Verletzung der Meniskusbasis. Volle Sportfähigkeit nach zwei Wochen.
     
Tennisprofessional mit therapieresistenten Schmerzen an der Region des Ansatzes der Plantarfaszie. Erstdiagnose: Plantarfasziitis – wochenlange physikalische Therapie. Wegen Therapieresistenz Vorstellung der Patientin. In der MRT zeigte sich die große runde Gewebsverdichtung im Fettgewebe. Intraoperativ konnte ein kleinfingerendgliedgroßes hartes Gewebsstück entfernt werden, vermutlich eine Narbenbildung nach einer Schwerverletzung. Nach Wundheilung Schmerzfreiheit der Patientin und Rückkehr zu uneingeschränktem Aktivitätslevel im Sport.
     
  Plötzlicher Riß in der Wade während eines Tennismatches bei einem Tennisspieler. Gang nur unter starken Schmerzen möglich: Waden-Zangen-Test negativ. MRT zeigt Einblutung in den Muskel am Übergang vom sehnigen zum muskulären Anteil des lateralen Gastrocnemiuskopfes. Diagnose: Muskelfaserriß. Nach entsprechender Ausheilung beschwerdefreie Rückkehr zu vollem Aktivitätslevel.
     
 
Literatur
U. Largiader/M. Nufer/Th. Hotz/K. Käch
Teure Trendsportart In-line Skating: Alarmierende Zahlen aus einem Schweizer Zentrum. Deutsch. Zeitschr. f. Sportmed. 49, 4, 119-123, (1998).
R. Weinstabl/Th. Müllner/V. Veesei/F. Kainberger/ M.Kramer
Economie Considerations for the Diagnosis and Therapy of Meniscal Lesions: Can Magnetic Resonance Imaging Help Reduce the Expence? World J. Surg. 21, 363-368, (1997).
   
Diagnose MS
 

Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine der schwersten und leider auch häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit unbekannter Ursache. Die Krankheit ist durch verstreute Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark gekennzeichnet (mit Zerfall von Markscheidengewebe und nachfolgender Gewebsverhärtung). Der Krankheitsverlauf ist nicht vorhersagbar. MS tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf und schreitet meist in Schüben voran, die oft von langen, beschwerdefreien Intervallen unterbrochen werden.

Walter T., 59, vom MS-Club Wien sieht in der Magnetresonaz-Tomographie ein wichtiges Diagnoseinstrument, um die Narbenbildungen und damit die eventuell bevorstehenden Schübe frühzeitiger erkennen zu können. "Mit alten Methoden, z.B. der Entnahme von Rückenmark, konnte man früher nie sicher sein, da sind viele Fehldiagnosen gestellt worden. Das hat sich mit der Magnetresonanz geändert. Dementsprechend ist auch heute der Einsatz von Medikamenten besser geworden", meint T.


MS-Club Wien
 

Der MS-Club Wien ist eine Selbsthilfegruppe von Betroffenen, die sich regelmäßig treffen, um ihre Erfahrungen über die Krankheit und das Leben damit auszutauschen. Neue Präparate oder Behandlungsmethoden sind jedoch nicht der einzige Gesprächsstoff. Gemeinsame Ausflüge und das gesellige Beisammensein sind den Mitgliedern ebenfalls wichtig.

Nach seinen Erfahrungen mit den behandelnden Ärzten befragt, will sich Walter T. nicht festlegen: "Jedes Krankenhaus behandelt anders, jeder Arzt hat seine Vorstellungen von der Behandlung. Jeder schwört auf eine andere Behandlung. Und genauso ist es bei der Krankheit, beim einen schlägt dies an, beim anderen jenes."

Eine Reihe von neuen Medikamenten sind in letzter Zeit für die Behandlung von MS zugelassen worden. Sie haben eine gewisse Wirkung auf die Häufigkeit und die Schwere der Schübe sowie auf die Anzahl der in der Kernspinnresonanz-Tomographie sichtbaren Veränderungen. Die Wirkung auf das Fortschreiten der Erkrankung bleibt aber weiter unklar.


  Quelle: VBDO Durchblick, Nr. 1, Juli 1998, S. 1.
   
 
   

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